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Schottische Geschichte
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Maria Stuart

 

Mary, Queen of Scotts (1542-1586, Königin von 1542-1567)

Maria Stuart war kaum eine Woche alt, als sie von ihrem Vater Jakob V. (James V). die Krone erbte. Zu einem Zeitpunkt als die Eigenständigkeit des schottischen Königreiches durch die Begehrlichkeiten des englischen Nachbarn Heinrich VIII. bedroht war, hatte das Land so faktisch keinen Souverän.
Das war nicht der einzige Umstand, der schließlich dazu führte, daß Mary Stuarts Regentschaft das Ende der staatlichen Unabhängigkeit Schottlands einleitete. Die katholische Königin geriet mitten in die Unruhen der Reformation. In England hatte Heinrich VIII. die Trennung von der Papstkirche herbeigeführt, in Europa breitete sich der Protestantismus aus und das Prinzip, daß der jeweilige Herrscher die Religion seiner Untertanen bestimmte.

 

Bei Marias Anspruch auf die schottische Krone ging es auch darum, Schottland dem Katholizismus zu erhalten. Diesem Ziel diente 1558 die Hochzeit Maria Stuarts mit dem 15 jährigen französischen Thronfolger Franois (Franz II)., der bereits 1560 stirbt. Die Hoffnung mit französischer Hilfe Thron und Glauben Schottlands zu sichern, erfüllt sich nicht. Um so weniger, als 1558 die Protestantin Elizabeth I. ihrer katholischen Halbschwester Maria Tudor auf den englischen Thron gefolgt war. Was nun folgte, war die erbitterte Konfrontation der Kusinen Maria Stuart und Elizabeth I. Es ging um den englischen Thron, die schottische Krone, die richtige Religion und - wie sich herausstellen sollte - um das Leben der Unterlegenen.

 

 

Maria kehrte 1561 aus Frankreich in ein gewandeltes Schottland zurück. Der Protestantismus hatte sich weit verbreitet und war zu einem politischen Machtfaktor geworden.
Maria reagierte, in dem sie darauf verzichtete, ihren Untertanen die Religion vorzuschreiben. Sie wollte Königin aller Schotten sein.
Es gelang ihr nicht.

Aus protestantischem Adel und Geistlichkeit entwickelte sich eine starke Opposition, die nur auf einen Vorwand wartete, sich der ungeliebten Königin zu entledigen. Diese Gelegenheit ergab sich 1567. Die Königin hatte 1565 ihren Vetter Henry Stewart (Stuart) Darnley geheiratet, diesen aber 1567 aus diversen Gründen von ihrem neuen Geliebten James Hepburn, Earl of Bothwell ermorden lassen. Als sie den protestantischen Bothwell wenige Wochen später heiratete, war die Stunde der Opposition da. Von ihren katholischen Anhängern durch die Hochzeit mit Bothwell entfremdet und doch nicht vor dem Widerstand seiner Glaubensgenossen sicher, wurde Maria Stuart, unter dem Vorwand, den Staat vor ihrem Ehemann retten zu wollen, zur Abdankung gezwungen.

Neuer König wurde ihr Sohn Jakob (James) VI. auch noch ein Baby.

Maria wurde zunächst festgesetzt, konnte aber 1568 nach England zu ihrer Kusine Elisabeth I. fliehen.

Diese läßt Maria sofort verhaften. In den nächsten 18 Jahren ist das Schicksal der ehemaligen schottischen Königin, Teil der englischen Versuche, Schottland zu okkupieren und Element diverser höfischer Intrigen in England, der einige englische Lords zum Opfer fallen. Als Maria 1586 ein letztes Mal versucht, durch aktive Beteiligung an einer Verschwörung Freiheit und Krone wiederzuerlangen, gelangen Briefe der Verschwörerin in die Hände ihrer Feinde. Sie wird in Fotheringhay der Verschwörung gegen die englische Krone angeklagt und schuldig gesprochen.

Am 8. Februar 1587 wird Maria Stuart hingerichtet.

Ihr Sohn Jakob VI folgt als Jakob I von England 1603 Elizabeth I., der Frau, die seine Mutter hinrichten ließ, auf den englischen Thron. England und Schottland sind in Personalunion vereint.

 

Buchtip:
Michel Duchein. Maria Stuart. Eine Biographie. Zürich 1992.