Whisky.de Logo
Unbekannter Benutzer [anmelden]
Reisen - Reiseberichte, Überblick etc.
Reisen, Küche, Kultur
und Geschichte whisky-
herstellender Länder
Home Kultur Reisen - Reiseberichte, Überblick etc.

Wie reise ich am besten nach Schottland

 

Wenn die Betonung auf dem Wort „reisen“ liegt, dann sollte die Fahrt  gen Whisky etwas sein, was gemütlich ist und gleichzeitig interessant. Da käme der Orientexpress in Frage, leider gibt es keine Strecke Hamburg oder München nach Inverness oder Bowmore. Was es gibt ist der Royal Scotsman und der steht dem Orientexpress in Sachen Luxus nicht viel nach. Leider fahren die vier Schlaf- und zwei Speise- und Salonwagen nur von Edinburgh durch die Highlands und das fünf Tage lang und man muss mindestens 3000 Euro dafür hinblättern. Da meint man dann jede Eisenbahnschwelle streicheln zu müssen, weil sie einem so lieb und teuer ist. (Weitere Informationen: The Great Scottish & Western Railway Company, Sue Main, The Stationmaster's House, Windsor Central Station, Windsor SL4 1PJ, Großbritannien)

 

Nach dem Orientexpress bzw. dem Royal Scotsman sind aber Fähren die erste Wahl. Nur wer eben mal schnell zum Einkaufen in die Hauptstadt möchte, sollte auf die Billigflieder zurückgreifen. Das kurze Leben zwischen Plastikflaschen und –tüten ist keine geeignete Einstimmung für das Geburtsland des Lebenswassers. Ganz anders die Fähren, zwar ist auch hier im Zug der modernen Zeit vieles Schöne wie die Duty-Free-Läden verschwunden, aber was blieb ist die Trägheit des Meerwassers, die es mit sich bringt, dass die Überfahrt mit den DFDS Seaways Fähren von Amsterdam nach Newcastle ca. 15 Stunden dauert. Abends um 6 geht es los und am anderen Morgen ist man gut ausgeschlafen um 9 Uhr in Newcastle.

 

Ausgeschlafen natürlich nur, wenn man dem Malt Whisky, der auch reichlich an Board ausgeschenkt wird, nicht zu reichlich zugesprochen hat oder zu lange in der Disco war, zu ausgiebig den Swimmingpool genutzt hat oder bis in die Puppen im schiffseigenen Kino war. Am anderen Tag geht es dann durch das herrliche Grün von Northumberland und durch wunderschöne Städte mit viel Geschichte, so wie Jedburgh, in Richtung schottischer Grenze. An dem Parkplatz, der genau auf dieser Grenze liegt, erwartet einen zumindest in den Sommermonaten der erste Piper, also Dudelsackspieler und man wird auf das Kommende eingestimmt. Die Strecke Newcastle Edinburgh nimmt ungefähr 2 Stunden reine Fahrtzeit in Anspruch.

Mit etwas weniger Einstimmung kann man auch von Zeebrügge nach Rosyth kommen (Superfast Ferries) oder mit einer längeren Anfahrt von Rotterdam nach Hull (P&O).

 

In Newcastle angekommen, sollte man übrigens schnurstracks den Kai verlassen und aus Newcastle hinausfahren. Bitte nicht anhalten, weil da etwas von „Factory Outlet“ steht, sonst ist das Reisebudget gleich am ersten Tag ruiniert und schon vor dem ersten Whiskygeschäft oder Pub. Hat man jedoch auf der Rückreise aus unerfindlichen Gründen, weil die beste Ehefrau von allen oder der zweibeste Freund es geschafft hat noch Geld zurückzubehalten, dann sollte man unbedingt auf dem Kai in diese Geschäftsstrasse schauen. Adidas, Puma, Nike bis hin zu Marks & Spencer bieten hier direkt an. Ob es wirklich immer so supergünstig ist, können wohl nur Einkaufsprofis beurteilen, auf jeden Fall macht es diesen Eindruck, es ist eine Menge los und es macht alleine schon Spaß dort die Leute im Kaufrausch anzuschauen. Aber nicht vergessen, dass das Schiff nicht wartet und auch die besten Einkäufe einen nicht über das Wasser gehen lassen.

 

Im Liegestuhl auf dem Sonnendeck sitzend, kann man sich dann langsam von der großen Insel verabschieden. Nicht ohne einen kleinen Trosttrunk, denn selbst fahren ist ja erst am nächsten Morgen wieder angesagt. So lässt sich der Kummer über den zu Ende gehenden Urlaub gut in den verschiedenen Bars des Schiffes ertränken (Vorsicht Restalkohol!)

 

Sláinte und gute Reise!